Bornum am Elm

 

 

 

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850 Jahre Bornum am Elm - Rückschau im Jahr 1985

 

Quelle : Festschrift Bornum am Elm 1135 bis 1985

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850 Jahre Leben in einer ostfälischen Landgemeinde

Eine geschichtliche Rückschau

erstellt von Gerhard Buchheister in Zusammenarbeit mit Altbürgermeister Harald Korn
Bornum im Sommer 1985


Zum Inhaltsverzeichnis “Geschichtliche Rückschau”

 

Zur Geschichte der wirtschaftlichen Grundlagen

3. Krisen


Infolge von Seuchen und Krankheiten bei Mensch und Vieh, durch Unwetter, Brandkatastrophen und Kriegswirren ist den Einwohnern unentwegt in der 850jährigen Geschichte Ihres Dorfes schweres Leid zugefügt worden. Zeiten des Friedens, der allgemeinen Gesundheit und auch des persönlichen Glücks wurden immer wieder jäh unterbrochen von solchen des Unglücks und der schweren Rückschläge, die nicht selten die Existenzgrundlage der Betroffenen im Mark erschütterten.

Von den verschiedenen Seuchen unter dem Vieh machte den Bauern in Bornum die Maul- und Klauenseuche besonders zu schaffen. Fortwährend durch dir Jahrhunderte hat sie ihnen große Viehverluste abgefordert. Ihre erfolgreiche veterinärmedizinische Bekämpfung gelang eigentlich erst in unserem Jahrhundert. Um 1920 trat sie so heftig auf, dass sie besonders unter dem Jungvieh des Dorfes große, gesunde Tiere dahinraffte. In einer Nacht ließ sie allein in einem Hof 3 große Tiere verenden. Mit den Eutern voller Schorfe, vor allem an den Strichen, war das Melken für die Tiere eine Qual. In den Jahren 1926, 1932, 1936 und 1944 trat sie nochmals auf. Der Milchertrag sank fast auf 0 herunter. Die Tiere müssen große Schmerzengehabt haben und sind tagelang nicht aufgestanden. Selbst Schweine wurden in dieser Zeit von der Seuche erfasst , wogegen die Schafe verschont blieben. Als einziges Gegenmittel hielten die Bauern früher nur ein schnelles Durchseuchen des gesamten Viehbestandes bereit.

Die Kälberruhr trat im Jahre 1904 und 1906 besonders heimtückisch auf. Die Kälber starben immer 8 bis 14 Tage nach der Geburt. Es wurden damals neue, gesunde Tiere gekauft, die jedoch ebenfalls bald starben, da die Stallungen nach der Seuche nicht genügend desinfiziert worden waren. Auch 1962 erlag auf mehreren Höfen eine große Zahl von Tieren dieser Seuche. Noch in unserem Jahrhundert waren die Bewohner der Dörfer in unserer näheren Heimat noch sehr dem Aberglauben verfallen oder gar der Hexerei zugetan. Wenn eine Seuche oder sonstige Beschwerden beim Vieh oder bei den Menschen auftraten, ließ man anstatt einen Arzt oder einen Fachkundigen zu Rate zu ziehen, einen Wundertätigen gegen gute Entlohnung holen, von dem man sich hinter vorgehaltener Hand zuraunte, „hei verstünne sik oppet bespräken, handoplejen und at taurechterneuern von wunnersalven“. Wie gelegentlich in anderen Dörfern , hatten wir auch noch viele Jahre nach dem 2. Weltkriege eine Frau wohnen, die sich im Besitze solcher angeblich überirdischen Kräfte glaubte und im Bedarfsfalle mit entsprechenden Angeboten bei den Bauern in der Umgebung vorstellig geworden sein soll. Sie hat sich übrigens zeitlebens beharrlich dagegen gewehrt, fotografiert zu werden.

Nicht nur Seuchen und Krankheiten können den Bestand eines Bauernhofes in Gefahr bringen. Auf dem Felde kann der Bauer nie letzte Hand an seine Arbeit legen. Nach der Aussaat ist sein bestellter Acker bis zur Ernte auf Gedeih und Verderb den Launen und Unbilden des Wetters ausgesetzt. Sind die Witterungsverhältnisse ungünstig oder arten gar in Unwetterkatastrophen aus, so waren alle Müh und Arbeit, Landbestellung und Düngung vergebens. Daran hat sich bis heute nichts geändert, trotz Mechanisierung und Automatisierung in der Landwirtschaft.

Eine solche Katastrophe ereignete sich vor 94 Jahren. Am 30. Juni 1891 ging sie unbarmherzig über das ganze Land Braunschweig nieder. Nach damaligen Berichten soll eine derartige Schwüle geherrscht haben, dass man in Bornum außerstande war, zu arbeiten. Gegen Nachmittag sei dann das unvermeidlich schwere Gewitter heraufgezogen. Binnen einer Stunde war die ganze Felsmark mit ihrem Korn in ein Chaos gestürzt worden. Hagelstücke von Taubeneiergröße prasselten nieder. Infolge des schweren Hagelschlages waren die Kornfelder flachgewälzt, ganze Dächer abgedeckt und hunderte von Fensterscheiben zertrümmert worden. In banger Sorge um die gesicherte Versorgung ihrer Familien entschlossen sich die Bornumer damals, den Acker nochmals zu pflügen und zu bestellen. Die Witterung begünstigte dann auch das Gedeihen der zweiten Ernte. Sie wurde zwar etwas verspätet eingeholt und ihr Ertrag war geringer, jedoch kamen die Landwirte noch mit einem blauen Auge davon.

Das Jahr 1911 ging als Glutjahr in die Geschichte unserer Gemeinde ein. Wegen des allgemein recht feuchten Bodens konnten kürzere Dürreperioden dem Getreide nichts anhaben. Diesmal zug sich die Trockenperiode vom Frühjahr bis zum späten Herbst hin. In dieser Zeitspanne soll nicht ein Tropfen Wasser vom Himmelgefallen sein. Das Korn auf den Feldern war zu kurz, um es mit der Sense mähen zu können. Die Stallfütterung mußte unterbleiben, da kein Futter mehr zu schneiden war. Das Rindvieh mußte, wie einst vor der Separation, wieder gehütet werden. Eine große Schädlingsplage setzte ein. Hilflos sahen die Bauern zu, wie ihre Kartoffeln von den Käfern zerfressen wurden. Die Rübenernte dieses Jahr fiel erwartungsgemäß besonders schlecht aus, und die Zuckerfabrik Königslutter ordnete an, dass die Bauern auch die kleinsten Rüben sorgfältig abklopfen und zur Fabrik schicken sollten. Niederschläge in überreichlichem Maße haben sich bereits wiederholt besonders ungünstig in der Gemarkung Bornum ausgewirkt. Die Jahre 1897, 1912, 1926, 1941 und 1952 waren Jahre, in denen sich das nasse Element ungehindert austobte. Selbst während der Ernte trat das Wasser über die Ufer der Vorfluter. Die Ernten sind damals mehr eingestohlen denn eingebracht worden. Oft war das Getreide auch schon verfault. Auf eine Heuernte mußte in diesen Jahren verschiedentlich vollkommen verzichtet werden.

Neben solchen extremen Witterungsverhältnissen von der beginnenden Vegetation  bis zur herbstlichen Reife machte selbst mancher Winter mit seinen ersehnten Ruhetagen den Bauern manchmal große Sorgen um die künftige Ernte. Am 10.02.1929 hatte das Thermometer einen Maximalwert von Minus 30 Grad erreicht. Das war in Bornum seit Menschengedenken nicht mehr vorgekommen.  Das Rehwild lief sich in dem verharschten Schnee die Hufe wund. Der Förster ging damals mit einem Aufgebot von Männern in den Elm hinein, um dort nicht mehr lauffähige Tiere vor dem Erfrieren und dem Hungertod zu bewahren.

Die B 1 war von Königslutter bis Cremlingen gesperrt. Diesem einzigartigen Winter gingen ein ganz ungewöhnlicher Sommer und Herbst voraus. Die Ernte war zwar gut, wurde aber unter schwierigsten Bedingungen eingeholt. Noch schlimmer kam der Herbst. Eine unglaublich strenge Frostperiode setzte ab Mitte Oktober ein. Kartoffeln und Rüben mussten mit der Hand in Eis und Schnee gerodet werden. Damit die Milch rechtzeitig zur Molkerei angeliefert werden konnte, mussten die Dorfbewohner morgendlich große Schneemassen vor ihren Höfen beseitigen. Als diese Schneemassen zu tauen begannen, hatte sich in der Wendsee ein Staudamm gebildet, der schließlich von den gestauten Wassermassen durchbrochen wurde. Die lawinenartig zu Tal rauschenden Fluten rissen dabei vieles mit sich. Die gesamte Wintersaat, die vorher sorgfältig ausgesucht worden war, wurde restlos vernichtet. Wie so oft mussten unsere Bauern die Äcker nochmals pflügen und bestellen. Brücken und Mauern waren zu reparieren.

Mit der Hygiene war es in unserem Dorf bis zur Jahrhundertwende nicht besonders gut bestellt. Viele Frauen starben nach der Geburt an Kindbettfieber, da man bei und nach der Niederkunft nicht immer mit der gebotenen Sauberkeit zu Werke ging.  Die Geburtenquote war noch vor 85 Jahren, wie aus der folgenden Tabelle ersichtlich wird, sehr hoch. Zwei Ursachen trugen im Wesentlichen dazu bei.: Erstens hatten nicht viele Kinder eine Überlebenschance. Zweitens bedeuteten die Kinder, sofern sie herangewachsen waren, eine zusätzliche Arbeitskraft für den Bauern. Die kleinen Brinksitzer konnten es sich nicht leisten, einen Ackergehilfen auf dem Hofe zu beschäftigen. Die hohe Kindersterblichkeit ließ erst nach, als die neuen medizinischen Erkenntnisse des 19. und 20. Jahrhunderts auf der Grundlage einer gesicherten ärztlichen Versorgung auch hier in die tat umgesetzt werden konnten.

Kindersterblichkeit Bornum / Elm

1817 wurden von  32 nachweisl. geb. Kindern  12 nicht älter als 3 Jahre
1842 wurden von  28 nachweisl. geb. Kindern    7 nicht älter als 3 Jahre
1900 wurden von  17 nachweisl. geb. Kindern    8 nicht älter als 3 Jahre
1930 wurden von    9 nachweisl. geb. Kindern    1 nicht älter als 3 Jahre
1967 wurden von    5 nachweisl. geb. Kindern    0 nicht älter als 3 Jahre

In den zahlreichen Kriegsläufen des Mittelalters und der folgenden Zeit hat Bornum besonders unter Plünderungen und Brandschatzungen leiden müssen. So auch im Jahr 1550, als die Söldnerscharen Herzog Heinrichs des Jüngeren bei der Belagerung Braunschweigs der Stadt mehrere Dörfer ausgebrannt hatten. Wohl um ihr Mütchen zu kühlen, rächten sich die Bürger bitter in den herzoglichen Dörfern, wie auch Bornum eines war. Den überraschten Bauern wurde das Vieh geraubt und nach Braunschweig getrieben. Als sie bei Einbruch der Dunkelheit abzogen, legten die Eindringlinge Feuer in den Häusern des Dorfes, gleichwohl, um sich den Heimweg zu erhellen. Im Jahre 1640 bezogen kaiserliche Söldner Quartier in Königslutter und kehrten bei einem „Besuch“ in Bornum das Unterste zum Obersten. Nicht viel besser ging es den Dorfbewohnern 1643 als die Schweden durch den Ort zogen und ihn in Elend und Jammer zurückließen. Blut und Tränen aus dieser Zeit  haben die Straßen und Höfe des Dorfes in sich aufnehmen müssen. Die Geschlechter dieser furchtbaren Epoche sind uns mit ihrem Leben und Sterben nicht mehr urkundlich überliefert worden.. Sicherlich müssten wir erschüttert feststellen, wie die Reihen der Familien gelichtet und manche Geschlechter sogar ganz ausgelöscht wurden. Nur der Kirchtum und der heute selbst  langsam aus den Fugen geratende Bergfried haben sich als stumme Zeugen in unsere Gegenwart hinübergerettet.

Quelle: Festschrift 1135 bis 1985 Bornum am Elm

 

 

 

 

 

 

Straße Bornum - Scheppau

 

Rosen in Bornum am Elm

 

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